Montag, 19. März 2012

Gelesen: Null Null Siebzig - Operation Eaglehurst von Marlies Ferber


There was a young lady from Riga,
Who smiled as she rode on a tiger.
    They returned from the ride
    With the lady inside
And the smile on the face of the tiger.

Als der ehemalige Geheimagent James Gerald vorübergehend Undercover ins Seniorenheim Eaglehurst zieht, ahnt niemand von den Bewohnern, dass ihn nicht die Altersschwäche sondern ein schwerwiegender Verdacht dort hingetrieben hat: Sein alter Freund William ist dort kürzlich verstorben und alles deutet darauf hin, dass dies kein natürlicher Tod war. Eine geheimnisvolle Postkarte mit einem Limerick und ein telefonischer Hilferuf lassen den „plötzlichen Herzstillstand“ Williams in einem ganz anderen Licht erscheinen.  Da James sich sowieso gerade von einer schweren Grippe erholen muss, nimmt er dies zum Anlass sich in Eaglehurst niederzulassen.
Doch die häuslichen Gepflogenheiten in Eaglehurst lassen ihn schnell an seiner Entscheidung zweifeln: Rauchverbot im ganzen Haus, den Whiskey darf er nur heimlich in seinem Zimmer trinken und Bingoabende scheinen der Höhepunkt der Woche zu sein. Langweilig findet James… Doch schnell ändert sich alles: Es sterben 2 weitere Heimbewohner. Normal in einem Seniorenheim? Nicht für James, der bald mit seiner ehemaligen Kollegin Sheila Humphrey auf ein dunkles Geheimnis stößt.

Marlies Ferbers Debütroman „Null Null Siebzig – Operation Eaglehurst“ ist ein Krimi, der locker leicht und humorvoll geschrieben ist. Die Charaktere strotzen nur so vor Kreativität und man merkt, dass Marlies Ferber ihre Figuren richtig an Herz gewachsen sind. Dies ist nicht einfach nur ein schnell herunter geschriebener Nullachtfünfzehn-Krimi, sondern ein Debüt in dem Herzblut und Engagement steckt. Und dass merkt man nicht nur, dieses muss man auch würdigen.
Als Liebhaberin englischer Krimis, in denen es um mehr geht als nur Blut, die auf gute Detektivarbeit und liebevolle Charaktere Wert legt, komme ich hier voll auf meine Kosten. Es macht einfach nur Spaß James und Sheila bei ihrer „Arbeit“ zu beobachten. Auch wenn ich Anfangs meine Zweifel hatte: Denn ein Krimi, der im Altenheim angesiedelt ist, lockt mich als jemand der noch weit davon entfernt ist, nicht hinter dem Ofen hervor. Doch diese waren unberechtigt. Denn Marlies Ferber hat mir gezeigt, dass es in einem Altenheim doch durchaus lebhafter zugehen kann als in einer Jugendherberge voller Zehntklässler. Auch die gekonnten Anspielungen auf den „wahren“ James Bond und aber auch Miss Marple ließen mich regelmäßig schmunzeln. Ebenso aber auch der Technikspleen eines Siebzigjährigen, sowie die Liebe, die in homöopathischer Dosis verteilt wird. 
Das Cover bekommt von mir einen Extra Pluspunkt. Denn dieses passt so wunderbar zur Handlung und ist so stimmungsvoll, einfach perfekt!

Wer also gut unterhalten werden, einen cleveren Whodoneit-Krimi aus der Feder einer deutschen Debütautorin lesen möchte, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt, der ist mit Marlies Ferbes „Null-Null-Siebzig Operation Eaglehurst “ gut beraten. Die etwas über 270 Seiten lasen sich weg wie nichts und ich hatte vergnügliche Stunden mit James und Sheila, die hoffentlich nicht die letzten waren. Eine Fortsetzung ist nämlich für den Herbst 2012 geplant. Von mit bekommt „Null Null Siebzig“ eine volle Leseempfehlung, da es sich locker-leicht und flüssig lesen lässt und voller Wendungen steckt, die überraschen. 

Mein herzlicher Dank gilt dem dtv Verlag und lovelybooks für die Bereitstellung dieser humorvollen und spannenden Lektüre.

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